
- 95/100 Falstaff
Monteverro 2008
Hersteller & Anbaugebiet
Monteverro, Toskana, Maremma-
Rebsorte & Typ
Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot, Petit Verdot -
Alkoholgehalt
13.5 % Vol. -
Passt zu
Ochsenschwanz Rindfleisch Steak
95/100 Punkte Falstaff (Juli 2011)
Monteverro 2008
Tiefdunkles Rubingranat, violette Reflexe.
In der Nase feine tabakige Würze, schwarze
Beeren, Lakritze, hochattraktive Nuancen,
Orangenzesten, verführerische florale Nuancen,
etwas Rosmarin. Angenehme Süße
im ersten Schluck. Saftig, feine Extraktsüße,
hochelegante Tannine, die säubernd
wirken, was diesen Wein zu einem tollen
Speisenbegleiter macht, kraftvoll und doch
frisch und sehr trinkanimierend, schwarze
Beeren im Abgang, sehr große Länge,
sicheres Entwicklungspotenzial.
Rebsorten: 60 % Cabernet Sauvignon, 25 % Cabernet Franc, 10 % Merlot, 5 % Petit Verdot
Klassifizierung: IGT Toscana rosso
Region: Maremma, Toskana
Verkostung
Farbe: Intensives dunkles Schwarz mit rubinrotem Rand.
nase: Intensive komplexe schwarze Früchte wie Brombeeren und schwarze Johannisbeeren mit einem
Hauch von Rosmarin, dunklem Kirschlikör, schwarzer Lakritze und Zigarren.
gaumen: Strukturiert und komplex mit integrierten Tanninen, Noten von samtigen Blaubeeren und Brombeeren,
langer Nachklang von frisch gepflückten schwarzen Johannisbeeren und frischen Pflaumen.
Weinbereitung
Gärkeller: Jeder einzelne Lot wird separat vinifiziert
Gärung findet in Edelstahltanks und Barriquefässern statt
Natürliche Gärung
100 % Gravitation
„Punch downs“ per Hand
Ausbau: 24 Monate in französischen Eichenbarriques
mit 70 % neuem Holz
Flaschenabfüllung: keine Schönung, keine Filtration
WEINBERG
Boden: Ton- und Kalkstein
Pflanzdichte: 7575 Rebstöcke/ha, Nord-Süd ausgerichtet
ERNTE : per Hand, der Zeitpunkt der Lese wird jedem
Parzellen-Abschnitt angepasst
ERTRAG : 35 hl/ha
Jahrgangskommentare
Die Wintersaison war relativ mild, was den Knospenaufbruch um einige Tage verfrühte (25. März für Merlot und Cabernet
Franc, 2. April für Petit Verdot und Cabernet Sauvignon). Wir hatten einen relativ regnerischen Frühling während der Blüte,
welcher Verrieselung verursachte und somit zu natürlich niedrigeren Erträgen führte. Später war die Jahreszeit sehr gemäßigt
und während des Sommers kam fast kein Regen mehr auf, bei besonders hohen Temperaturen im Juli und August. Wir lasen
die ersten Merlot-Trauben am 10. September bei strahlendem Sonnenschein, mussten aber aufgrund von Regenfällen am 18. die
Ernte unterbrechen. Die Temperaturen sanken danach, was die Reife verzögerte. Wir beendeten die Lese der Merlot-Trauben und
begannen die der Cabernet-Trauben Ende September. Die letzten Cabernet Sauvignon-Blöcke wurden am 23. Oktober geerntet.
Zur Entstehung von Monteverro:
Mit einem Premier Grand Cru Classé aus Bordeaux nahm Monteverro seinen Anfang: Der junge Student Georg Weber saß in Lausanne mit einem väterlichen Freund zusammen, als ihm jener einen besonderen Wein kredenzte. Mit diesem Tropfen eröffneten sich plötzlich ganz neue Welten, die nicht nur sein privates Leben nachhaltig beeinflussten. Das Erlebnis „Premier Cru Classé“ war der erste Baustein seines Projektes, das ihn viele Jahre später in den Süden der Toskana nach Capalbio führen sollte.
So entstand im Jahr 2003 Monteverro. Ein kleines Juwel, das sich in einer Region befindet, die bis dato keine besonderen önologischen Erfolge zu verzeichnen hat. Aus diesem Grund prüfte Georg Weber vor seinem Kauf genau, ob die 50 Hektar, die auf halbem Weg zwischen Capalbio und dem Meer liegen, für die Produktion von großen Weinen geeignet sind und ließ sich seine emotionale Affinität für diese sanfte Hügellandschaft durch fachliche Gewissheit bestätigen.
Die Wahl der angebauten Rebsorten spiegelt mit aller Deutlichkeit wider, welche Weine dem Gut besonders am Herzen liegen: Chardonnay, die einzige weiße Rebsorte sowie Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot, Petit Verdot, Syrah und Grenache.
Das Jahr 2008 hat nach qualitativen Gesichtspunkten die erste Lese hervorgebracht und nun machen sich 2011 die ersten Flaschen von Monteverro – insgesamt vier verschiedene Weine – auf ihren Weg, um in die Welt hinauszugehen.
Das Weingut
Bis vor einigen Jahren wuchs lediglich Getreide am Fuß von Capalbio, einem Ort, der zu den beliebtesten Stätten Italiens zählt. Capalbio ist eines der wenigen Dörfer, deren historischer Ortskern gut erhalten ist. Charakteristisch ist außerdem seine noble Armut, die ihm in dem glücksverwöhnten toskanischen Land Einzigartigkeit verleiht. In der Region herrschte Jahrhunderte lang die Latifundienwirtschaft – soweit es die Sümpfe zuließen.
Die alten Getreidefelder verbargen lange Zeit die tonhaltige Erde, die - mit Eisen und Gestein gesegnet - ein unglaubliches und verkanntes Potential für den Weinanbau bietet. Spaziert man heute auf dem Weg, der auf der Anhöhe der Weinberge zu einem Aussichtspunkt führt, sieht man eine über 50 Zentimeter hohe, natürlich gewachsene Gesteinsmauer. Sie ist mit mediterraner Macchia bewachsen und zeigt die bemerkenswerte rote Erde mit Einlagerungen aus großem Gestein. Ein solch stark mineralhaltiges Terrain ist optimal für den Anbau von Reben. Georg Weber genügte jedoch nicht, das was er sah. Neben aufwendigen Bodenanalysen wurden mikroklimatische Daten, Lagenprüfungen und alle weiteren notwendigen landwirtschaftliche Parameter ausgewertet. Ein weiteres wichtiges Element, das den Weinanbau in dieser Region maßgeblich beeinflusst, ist der Wind. Die südliche Toskana zeichnet sich durch ihren langen Sommer und ihre konstant hohen Temperaturen aus. In Monteverro aber weht tagsüber, dank der kleinen Bucht, in der Monteverro liegt, eine konstante Meeresbrise, die sich auch in heißen Augustnächten zu einem kühlenden Lüftchen verwandelt und den Reben Erleichterung bringt.
Die analytischen und technischen Ergebnisse müssen mehr als überzeugend gewesen sein. Denn Georg Weber hatte sich bereits die besten Weinregionen der Welt angeschaut. Er reiste unter anderem nach Bordeaux, Australien, Napa Valley und ins italienische Bolgheri. Seine Wahl fiel schließlich auf Monteverro, das er 2003 nach drei intensiven Erkundungsjahren kaufte.
Das Weingut erstreckt sich auf 50 Hektar, die sanft von 30 auf bis zu 80 Meter über dem Meeresspiegel emporsteigen. Wir befinden uns lediglich in fünf Kilometer Entfernung vom Tyrrhenischen Meer. Am Horizont hebt sich im Westen die große Silhouette von Monte Argentario ab. Im Süd-Osten liegt die Ebene, die zur Grenze von Lazio führt. Ringsherum sind Olivenbäume, Saatfelder und mediterrane Macchia, die seit jeher eine vielfältige Tierwelt beheimatet. Unbestrittener König dieser Tierwelt ist das Wildschwein, das in dieser Region häufiger vertreten ist als seine häusliche Verwandtschaft und dem Monteverro seinen Namen zu verdanken hat. Das italienische „verro“ bedeutet nämlich soviel wie Eber. Eine in dieser Ecke bekannte Legende berichtet von einem kleinen Mädchen, das Weihnachten nicht nur mit Maisbrei, sondern auch mit ein wenig Fleisch feiern wollte. Mit dem Mut und der Unbekümmertheit eines Kindes zog die Kleine mit einer Flinte los und erlegte ein gefährliches Wildschwein, das selbst die unerschrockendsten Jäger in Schrecken versetzte. Die kleine Bettina stand dem gefährlichen Tier genau in der Macchia gegenüber, die über Monteverro emporragt. So ist zur Erinnerung an diese epische Jagd der Name Monteverro entstanden. Die Legende, die auf das Jahr 1901 datiert wird, erzählt zudem von einer sehr ursprünglichen und wilden Stätte, von sehr armen Lebensverhältnissen und einer unberührten und reinen Natur, die auch heute noch vorzufinden ist.
Im Herzen der Tenuta befindet sich der Weinkeller. Die niedrigen Gebäude ragen nur leicht aus den Weinbergen heraus. Alles wirkt sehr diskret und respektvoll gegenüber dem Ambiente, das den Zauber alter Zeiten trägt. So der kleine See neben dem Weinkeller, der halbversteckt unter dickstämmigen Bäumen ruht und mit seiner kleinen steinernen Brücke aussieht, als wäre er schon immer dort gewesen. Außerdem ein kleines Boot, eine hölzerne Bank, die die Spuren der Zeit trägt und kleine anmutige Fischskulpturen, die scheinbar aus Grotten geschlüpft sind.
Monteverro ist in einer wunderschönen Landschaft eingebettet. Und die Weinberge der Tenuta gleichen gepflegten Gärten. Sie beherbergen die Rebsorten Chardonnay, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot, Petit Verdot sowie Syrah und Grenache, die 2004 auf insgesamt 16 Hektar gepflanzt wurden. Nach und nach wurden weitere Parzellen kultiviert, so dass heute 21 Hektar zur Verfügung stehen. Mit zusätzlichen fünf Hektar Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc, die für das Jahr 2011 geplant sind, ist die gewünschte Rebflächengröße erreicht.
Die Reben wachsen auf einer Höhe von 30 bis 70 Metern über dem Meeresspiegel. Auf den Flächen, die nach Süd- Südwest ausgerichtet sind, überwiegt die Sorte Cabernet Sauvignon. Ihr folgen anteilig Cabernet Franc, Merlot, Syrah, Grenache und Petit Verdot. Der Chardonnay-Weinberg hingegen ist nach Ost-West ausgerichtet und umfasst lediglich etwas mehr als ein Hektar. Während der Pflanzung wurde eine Entwässerungsdrainage installiert, die überflüssiges Wasser aus den Böden transportiert. Ein Problem, das häufig in den mittleren Schichten tonhaltiger Böden vorzufinden ist und die natürliche Entwicklung der Pflanze beeinträchtigen kann.
Die Weinberge werden ständig mit viel Aufmerksamkeit und Sorgfalt gepflegt. Routine gibt es auf dem Weingut nicht. Die Devise lautet: Einen Weinberg kennt man nie genug und so kehrt Michel Duclos immer wieder nach Monteverro zurück, um die Pflanzen zu studieren und den Rebschnitt vorzunehmen. Duclos trägt zwar keinen akademischen Titel, besitzt jedoch ein bemerkenswertes Gespür für Reben und zählt zu den großen Rebschnitt-Experten. Ebenso werden Lydia und Claude Bourguignon Jahr für Jahr erneut auf dem Hof begrüßt. Die beiden, die sich in der kundigen Landwirtschaftsbranche einen Namen gemacht haben, prüfen die Böden auf Gleichgewicht und Gesundheit. Man spricht auf Monteverro aufgrund des jungen Pflanzenalters noch nicht von biologischem Anbau. Dies sei jedoch der Weg, der in Zukunft eingeschlagen werden soll, berichtet Georg Weber. Es sei der Weg, den die Natur mit ihren lebenden Organismen und selbstregulativen Systemen ohne menschliche Hilfen gehen kann. Auf diese Weise entstünden Böden, die ihren Charakter und ihre Einzigartigkeit auszudrücken wissen, so Weber. Und da ein großer Wein wie ein Kunstwerk sei, müsse die Einmaligkeit seines Terroirs respektiert werden, fügt er hinzu.

